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19. Fachtagung am 29. Mai 2021

Frankfurt/M.  Goethe-Universität - Campus Westend

 

 

Scheitern und Gelingen in professionellen Beziehungen
Vom Umgang mit inneren und äußeren Grenzen

 

Gelingen und Scheitern in Pädagogik und Sozialer Arbeit liegen dicht beieinander. Das Gelingen bleibt  vielfach ungewiss. Weil sich Pädagogik und Soziale Arbeit mit  Beziehungen, Lebensformen und Emotionen beschäftigen, ist der Erfolg beruflichen Handelns nicht im Sinne einer Input-Output-Logik steuerbar. Angesichts schwieriger Arbeitsbedingungen und vielfach kaum objektiv messbarer Resultate unterliegen Professionelle der Gefahr der Verunsicherung oder Resignation. Das Thema „Grenzen“ verfügt gleichsam über eine bemerkenswerte Attraktivität in Fachdiskussionen. Nicht selten führen diese aber nicht zu nachhaltig zufriedenstellenden Ergebnissen. Es besteht die Gefahr einer Fixierung auf Grenzsetzungen („Kinder brauchen Regeln!“) oder zu selbstauferlegten Verantwortungs- oder  Zuständigkeitsbeschränkungen.

Wie kann Gelingen oder Scheitern jeweils definiert werden? In wie weit spielen selbstgesetzte, oftmals unbewusste Ansprüche und Ängste  der Professionellen bei der Beurteilung der eigenen Wirksamkeit eine Rolle?  Welche Vorstellung von Gelingen und Erfolg haben letztlich die Adressaten? Statt als gleichberechtigte Dialogpartner/innen auch bei der Ziel- und Grenzsetzung von Hilfen mit einbezogen zu werden, geraten Klienten, Eltern und Jugendliche schnell in die Rolle von Objekten (sozial)pädagogischen Handelns. Wie gestaltet sich ein fördernder Dialog (A. Leber), der Grenzen reflektiert, möglicherweise auch verändert?

Der psychoanalytisch-pädagogische Ansatz fragt nach den inneren und äußeren Grenzen der Beziehungsarbeit. Er betrachtet auch kritisch das Machtgefüge der sozialen Verhältnisse. Zu fragen ist in diesem Zusammenhang, in welcher Weise subjektiv erlebtes Scheitern durch gesellschaftliche Erwartungen und entsprechende institutionelle  Vorgaben verursacht wird?

Die Tagung beschäftigt sich mit den Fragen aus den Perspektiven von Psychoanalyse, Gesellschaftswissenschaften und Pädagogik. Im Sinne Samuel Beckets („Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“) wird eine vom Tabu der Niederlage befreite Reflexion über Scheitern und Grenzen als eine Chance zum Gelingen angesehen.

 

Flyer und Online-Anmeldung demnächst auf dieser Seite