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Heinz Krebs im Alter von 62 Jahren verstorben

In der Nacht zum 11. Oktober 2015 ist unser Kollege, Dr. Heinz Krebs, im Alter von nur 62 Jahren nach längerer Krankheit verstorben. Damit ist ein Leben zu Ende gegangen, das in seinem wissenschaftlichen und praktischen Wirken ganz der Psychoanalytischen Pädagogik gewidmet war. Heinz Krebs gehörte seit 1991 dem Vorstand des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik (FAPP) an, für den er sich mit enormem Fleiß und Ideenreichtum einsetzte. Seine Produktivität hat für den Arbeitskreis neue Perspektiven eröffnet und diesen geprägt. Über 20 Jahre, seit 1994, war Heinz Krebs auch Redaktionsmitglied des Jahrbuches für Psychoanalytische Pädagogik. Er war an zahlreichen Publikationen der Buchreihe und des Jahrbuchs für Psychoanalytische Pädagogik als Herausgeber beteiligt und zudem Autor vieler Beiträge, die er entweder allein oder im Zusammenwirken mit anderen verfasste.

Heinz Krebs blieb gern in der zweite Reihe, das lag ihm mehr als eine Position im Vordergrund. Sein Thema und die ihm eigene Bearbeitung lagen aber doch klar zutage. Es ging ihm um die Bedeutung der Psychoanalytischen Pädagogik für die Professionalisierung pädagogischer und sozialer Berufe. Dass die fundierte Reflexion emotionaler Prozesse in professionellen Kontexten unabdingbar ist, hat er stets unbeirrbar verfochten. Heinz Krebs hat in seinem ganzen Berufsleben selbst in der Praxis gestanden, er wollte eine Brücke zwischen Theorie und Praxis bauen. Es ging ihm vor allem um Handlungsprobleme, die etwa durch institutionelle Settings und Rahmenbedingungen oder durch feldspezifische Ungewissheiten und geringe Planbarkeit entstehen, sei es in der Schule oder in der Erziehungsberatung. Wie sehr er von der Wirksamkeit und dem Potential der Psychoanalytischen Pädagogik überzeugt war, hat er auch in seinen Beiträgen über die Weiterbildung im FAPP, die Verstehen und Verständigung als zentrales pädagogisches Mittel hervorheben, immer wieder betont.

Alle, die gemeinsam mit Heinz Krebs geschrieben oder Bücher mit ihm herausgegebenen haben, wissen, wie gut man mit ihm arbeiten konnte. Er hat die Arbeit ernst genommen, hat sich Gedanken gemacht, war gewissenhaft, mitunter durchaus streitbar, im Ganzen aber wohlwollend und darüber hinaus, das muss unbedingt erwähnt werden, offen für Kritik. Obwohl uns in den letzten Monaten nicht verborgen blieb, wie schlecht es um ihn stand, hat seine aktive Mitwirkung in den Redaktionssitzungen doch hoffen lassen, dass er seine Krankheit bewältigen könnte. Er hatte ja auch noch so viel vor. Wir sind geschockt und traurig - plötzlich ist ein Kollege nicht mehr da, den wir geschätzt haben und der all die Jahre mit seinen konstruktiven Beiträgen so selbstverständlich dazu gehörte. Eine umfassende Würdigung seiner Arbeit soll im nächsten Jahrbuch erfolgen. Schon jetzt ist sicher: Heinz Krebs wird uns fehlen, sein Tod ist ein Verlust nicht nur für die Jahrbuch-Redaktion. sondern für die ganze Psychoanalytische Pädagogik.